Unsere KMUs, also die Klein- und Mittelbetriebe, sind das Rückgrat der oberösterreichischen Wirtschaft – vor allem im ländlichen Raum. Ich finde es wichtig, dass Landwirtschaft, Wirtschaft und Wohnbevölkerung in einem gemeinsamen Lebensraum ihren Platz haben können.
In diesem Sinne wird die Herausforderung eine Stärkung der Betriebe in Schlierbach sein, deren Leben durch die zahlreichen Auflagen in den unterschiedlichsten Bereichen in den letzten Monaten und Jahren sehr erschwert wurde. „Pro Nahversorgung“ – also das Zusammenspiel von landwirtschaftlichen Produzenten, den Betrieben und den Konsumenten in einer Gemeinde – ist ein Thema, das uns auch in Zukunft beschäftigen wird.

Das weitaus größte Wachstum finden wir im Bereich der EPUs (Ein-Personen-Unternehmen) vor, häufig sind das Dienstleistungsbetriebe. Manche Gemeinden bieten Gründerinnen und Gründern derartiger Unternehmen geteilte Büroräume („hubs“).
Beispiele aufspüren und selbst weiterentwickeln oder gleich selbst innovative Umsetzungen zu ermöglichen wie z.B. eine kleine Gemeinde im Waldviertel, die einen „Work-Life-Park“ mit einer ultraschnellen Glasfaseranbindung für diese Zielgruppe gegründet hat können solche Bausteine für die Stärkung die regionale Wirtschaft sein.

Perspektiven für Schlierbach aufzeigen und damit Wirtschaft und Breite stärken muss daher ein starker Fokus auch aus Sicht der Gemeinde- und Auschussarbeit sein.

Peter Jungmeier

Energie: Wir bewegen uns und setzen um
Der Bereich Umwelt und Energie war von Beginn an eine Kernthema der Bürgerliste und wurde auf verschiedenen Wegen immer konsequent verfolgt.
Mit dem Start des EGEM-Prozesses im Jahr 2010 begab sich Schlierbach auf einen Weg hin in Richtung Energieautarkie/neutralität. Wir haben uns viel vorgenommen. Wir haben uns als Gemeinde vorgenommen 100% des Wärmebedarfs, 50% des Strombedarfs und 50% des Kraftstoffbedarfs in Schlierbach selbst zu decken. Dies geschieht nicht von alleine sondern bedarf unkonventioneller Lösungen und Vor- und Querdenker.
Im Rahmen des EGEM-Arbeitskreises waren wir ein Teil dieses Prozesses und gemeinsam konnten wir viele Aktionen umsetzen (nachzulesen auf www.schlierbach.at > EGEM). Der Schwerpunkt lag und liegt in vielen kleinen Schritten um einen Umdenkprozess im Umgang mit Energie bewirken.
Derzeit ist Energie zwar so billig wie lange nicht mehr. Aber wir verbrauchen schon lange mehr Ressourcen als uns nachhaltig zur Verfügung stehen. Diese Entwicklung gilt es zu stoppen und wenn Energie schon nicht dort produziert werden kann wo sie verbraucht wird, so ist die billigste Energie jene die man eingespart hat.

Wie in vielen Dingen ist auch hier die wichtigste Motivation und Botschaft: wir wollen uns und andere bewegen und begeistern zur Umsetzung von Neuem.

Wir sehen es als unsere Aufgabe, in Schlierbach noch viele weitere Maßnahmen zu setzen, auf dem Weg Richtung Energieautarkie bzw. –neutralität.

Umwelt – sie geht uns alle an
Im Umweltausschuss stellten wir auch in der letzten Periode den Obmann. Der Großteil der Arbeit lag in der Funktion als Bindeglied des EGEM-Arbeitskreises zur Gemeinde. Im Ausschuss wurden dessen Aktionen für den Gemeinderat aufbereitet und mitbegleitet.

Ein maßvoller und bedachter Umgang bei den Gebühren für Kanal, Wasser und Abfall war und ist uns ein besonderes Anliegen. Ziel ist es die Kosten für die Ent- und Versorgung zu decken und die Haushalte vor größeren Gebührensteigerungen zu bewahren.

Ein wichtiger Schritt war das endgültige Aus von Roundup im Bauhof. Wir waren die erste Gemeinde in OÖ, welches diesen Schritt offiziell getätigt hat und sich im Gegenzug aktiv um Ersatzlösungen bemüht. Und gerade als Klimabündnisgemeinde sehen wir uns zu solchen Schritten – mögen sie auch Aufwand bedeuten – verpflichtet.

Andreas Mallinger-Hohensinn

Es wird eng in Schlierbach. Nicht, dass wir uns Sorgen um unsere Kleidergröße machen müssten. Im wahrsten Sinne eng wird es jedoch für Betriebe in Schlierbach.
Längere Zeit war es möglich, im gesetzten Rahmen zu wirtschaften und zu wachsen.
Jetzt sind die Grenzen erreicht.

Durch eine Siedlungsentwicklung, die sich zunehmend um und zwischen Betriebe legte und geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen (Abstandsbestimmungen zu Wohnbauland, Emissionsgrenzen etc.) ist an den bestehenden Betriebsstandorten vielfach keine Erweiterung mehr möglich, geeignete neue Betriebsstandorte mit entsprechenden Entwicklungsmöglichkeiten für bestehende aber auch neue Betriebe sind derzeit in der Gemeinde nicht verfügbar und werden auch in Zukunft nur in einem eingeschränkten Maße zur Verfügung stehen können.

Denn die Anforderungen sind nicht gering:
Verkehrstechnisch guter Anschluss (vor allem an das höherrangige Straßennetz), geeignete Geländestruktur (geringe Hangneigungen), Größe der Fläche (Erweiterungskapazitäten dürfen nicht sofort erschöpft sein), geeignete Ver- und Entsorgungsinfrastruktur (Kosten, technische Machbarkeit), entsprechende Abstände zu Wohnbauland (inkl. Buffer und künftiges Freihalten dieser Bereiche) und nicht zuletzt die tatsächliche Verfügbarkeit der Flächen (Kauf, Tausch, Pacht).

Gerade letzteres fordert künftig eine wesentlich aktivere Rolle der Gemeindevertretung in der Mobilisierung von Bauland. Was nützt ein Konzept zur Ausweisung geeigneter Betriebsbauflächen, wenn aufgrund unterschiedlicher Gegebenheiten diese nicht für eine Bebauung zur Verfügung stehen.

Aktive Bodenpolitik ist das Schlagwort einer zukunftsorientierten Raumordnung auf Gemeindeebene. Grund und Boden ist nicht beliebig vermehrbar. Ein und dasselbe Stück Land unterliegt der Begierde verschiedenster Interessen. Jedes neu gewidmete Bauland wird über oder lang der landwirtschaftlichen oder Erholungsnutzung auf Dauer entzogen. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft macht auch vor Schlierbach nicht halt. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe wird weniger, die Betriebsgrößen und der damit verbundene Bedarf an landwirtschaftlichen Grund erhöhen sich. Gerade weil sich gute landwirtschaftliche Lagen oft mit geeigneten Flächen für Betriebsansiedlungen decken, stehen diese nur sehr bedingt für eine Bebauung zur Verfügung. Daher ist es umso wichtiger, dass die Gemeinde ihrer Verantwortung zur Steuerung eines geordneten Interessensabgleiches und eines nachhaltigen, sorgfältigen Umgangs mit Grund und Boden nachkommt.

Dazu gehört sicherlich auch eine verstärkte regionale raumordnungspolitische Vernetzung zwischen den Gemeinden. Nicht jede Gemeinde besitzt die gleichen Voraussetzungen für eine gewerbliche, landwirtschaftliche, touristische oder Siedlungsentwicklung. So wird es in Zukunft umso wichtiger werden, dass sich Gemeinden verstärkt in der Raumplanung abstimmen und vor allem bei der Ausweisung von Betriebsbaugebieten zusammenarbeiten. Die Aufteilung der Investitionskosten verringert den Aufwand für die einzelne Gemeinde, dafür haben sie auch eine gemeinsame Wertschöpfung. Die derzeitige Situation setzt jede einzelne Gemeinde unter Druck, ohne Garantie, dass Betriebe nicht doch in eine andere Gemeinde abwandern (oder neue Betriebe entstehen), wie dies leider in letzter Zeit auch in Schlierbach geschehen ist.

Günter Dorninger

Kulturlandschaft und Bewirtschaftungsraum durch die Erhaltung und Stärkung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft

Egal ob ein Landwirt seine Flächen biologisch oder konventionell bewirtschaftet. Er gestaltet ein Stück unserer Kulturlandschaft.
Für uns ist es wichtig, dass eine aktive Landwirtschaft auch gelebt werden kann und keinen Nachrang hat gegenüber anderen Nutzungsformen wie Gewerbe, Wohnbau oder Infrastruktur wie Straßen, etc.
Gerade die Raumordnung hat hier einen großen gestalterischen Einfluss ob dieses Miteinander gut gelingt oder mit Schwierigkeiten behaftet ist. Beispielswiese gibt es immer wieder ein großes Konfliktpotential, wenn Wohngebiete mit landwirtschaftlichen Flächen verzahnt sind oder Wohngebiete in die Nähe von Stallungen rücken.

Unser Schwerpunkt liegt hier bei Planungen einer Gemeindeentwicklung auch der Landwirtschaft eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen und wichtiges Ackerland nicht noch mehr zu reduzieren.

Wertschöpfung durch Nahversorgung und Direktvermarktung

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wertschöpfungskette in der landwirtschaftlichen Produktion. Eine gute Nahversorgung oder Direktvermarktung sichert Arbeitsplätze in der Region und in der Landwirtschaft.

Gerade in der Veredelung der Produkte eines landwirtschaftlichen Betriebes liegt viel Potential und ein hoher Grad an Wertschöpfung. Dies ist jedoch mit Arbeit und individuellem Engagement verbunden.

Wir können die regionale Wertschöpfung durch die Stärkung von lokalen Versorgungs- und Einkaufsstrukturen unterstützen.

Die regionale Vermarktung sichert was wir und auch unsere Gäste und Besucher so sehr schätzen. Eine schöne und gepflegte Kulturlandschaft mit einer starken Bauernschaft, die nicht zu illusorischen Weltmarktpreisen um Ihre Existenz kämpfen muss.

Andreas Mallinger-Hohensinn, Martin Tretter, Markus Hebesberger

„Bildung ist die Fähigkeit Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden.“
(Paul de Lagarde)
Gerade an dieser Fähigkeit scheint es  manchen sogenannten Bildungsexperten des Öfteren zu mangeln. Bildung ist ein gesellschaftliches Grundrecht und darf von niemandem instrumentalisiert werden. Ein Blick auf die emotional geführte Bildungsdiskussion hinterlässt aber den Eindruck, dass Bildung der Brennpunkt  eines parteipolitischen Ideologiekonfliktes ist, und nicht in erster Linie als wichtigstes Gut einer Gesellschaft, als Teil der Menschwerdung und des Menschseins, behandelt wird.
In einer Gemeinde wie Schlierbach ist es von unermesslichem Wert der Bevölkerung eine Bandbreite an Bildungsmöglichkeiten zugänglich zu machen. Das bestehende Angebot der (Weiter)Bildung von Vereinen und Institutionen für Menschen aller Altersgruppen ist vorbildlich. Eltern können ab dem Eintritt ihres Kindes in den Kindergarten die passende Bildungsstätte wählen. Die Kreativ-Volksschule wird ihrem Namen mit jährlichen, klassenübergreifenden Theater- und Musikdarbietungen gerecht.
Lebensnahe praktisch-handwerkliche Bildung erfahren Jugendliche in der Landwirtschaftlichen Fachschule. Diese wird nicht nur mehr von Schülern besucht, die auch zuhause eine Landwirtschaft haben, sondern immer öfter von Mädchen und Buben, die ihre letzten Pflichtschuljahre sinnvoll gestalten möchten.
Anspruchsvolle, christlich-soziale Bildung findet seit fast 100 Jahren im privaten Stiftsgymnasium Schlierbach statt. Aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades beider Schulen pendeln täglich fast 500 SchülerInnen in unseren Ort, was diesen sehr belebt, jung hält und in der Umgebung bekannt macht.
Kurse und Fortbildungen im Seminarhotel SPES, im Bildungszentrum Schlierbach oder im Pavillon der Landwirtschaftsschule werden von Firmen und Privatpersonen aus ganz Österreich gerne besucht.
Von den Vereinen organisierte Veranstaltungen im Bereich Kultur (Theater, Literaturfestival, Konzerte,…) und Sport, deren Bekanntheitsgrad rund um Schlierbach stetig steigt, ergänzen das Bouquet an Kreativität in unserer Gemeinde.
Schlierbach kennt man nicht nur als Käseproduzenten, sondern als Gemeinde, in der sich sowohl regionale Lebensmittel, als auch eine „g´scheite Portion“ Bildungskultur genießen lassen.

Diese Bildungslandschaft in Schlierbach gilt es nicht nur zu erhalten, sondern vor allem immer wieder zu adaptieren und weiterzuentwickeln.
Der moderne Bildungsbegriff steht für den lebensbegleitenden Entwicklungsprozess des Menschen, bei dem dieser seine geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten sowie seine persönlichen und sozialen Kompetenzen erweitert. Darum hören wir nie auf, uns weiterzubilden und halten wir den Prozess in Gang, ohne Leistungsdruck, sondern aus Neugier am Leben!
Wir arbeiten gemeinsam dafür, dass sich das Potential unserer Gemeinde weiterhin in unserer Bildungslandschaft widerspiegelt.
„Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung – keine Bildung!“
(J.F.Kennedy)

Barbara Bohmayr & Werner Grünböck