Wer an Barrierefreiheit denkt, hat meist das Bild von Stufen im Kopf, die RollstuhlfahrerInnen den Weg versperren. Barrierefreiheit bedeutet aber viel mehr als das, nämlich die Zugänglichkeit von Gebäuden, Kulturangeboten, Medien, Bildung, ... und öffentlichem Raum mit all seinen Facetten.

Haben Sie schon einmal versucht mit geschlossenen Augen durch ein Museum zu wandeln oder mit lauter Musik in den Ohren einer Nachrichtensendung zu folgen?

Wahrscheinlich wäre der Informationsgehalt, den Sie bei beiden Probeläufen gewonnen hätten, gleich null. So ergeht es häufig Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung.

Teilhabe statt Ausgrenzung

Die Grundidee von Barrierefreiheit ist, Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen zu ermöglichen am öffentlichen Leben teilzuhaben. Da kann z.B. ein stufenloser Eingang für eine Rollstuhlfahrerin auch für einen Papa mit Kinderwagen hilfreich sei. Für Menschen mit Sinnesbehinderungen geht es oft darum Infos mitzubekommen. Hier ist also die Devise: sichtbar, hörbar, fühlbar.

Was für Rollstuhlfahrerinnen eine stufenlose Fahrbahn ist, ist für viele blinde Menschen barrierefrei gestaltete digitale Information. Mit Smartphone oder PC kann mit Hilfe von Sprachausgabe und Vergrößerungsprogrammen gesurft werden. Das bringt etwa Veranstaltungskalender oder Fahrpläne zum Sprechen.

Wie barrierefrei ist Schlierbach?

Gleich vorweg: Diese Frage kann hier nicht beantwortet werden. Ein paar Gedanken dazu:

  • Wie sind Wege und Zugänge zu Ämtern, Geschäften, Gesundheitseinrictungen, Gasthäusern und öffentlichen Einrichtungen gestaltet? Können auch RollstuhlfahrerInnen ein WC benutzen?
  • Wie können sich Leute über das Leben im Dorf informieren? Einerseits die Zeitung alleine und andererseits das Internet alleine würde viele Interessierte ausschließen.
  • Welche Personengruppen kommen in den Genuss von Kultur- und Freizeitangeboten?

Barrierefreiheit ist ein Ziel, das Vorteile und Komfort für sehr viele Menschen bringt. Erreicht werden kann sie nie. Doch der Weg dorthin lässt immer mehr Menschen am sozialen Leben teilhaben und die Gesellschaft mitgestalten.

Michaela Mallinger