Was Schlierbacher Eltern/Familien wünschen
Was einen Ort für Groß und Klein lebenswert macht

Wir haben 4 Kinder, leben auf einem Biobauernhof, mit Katzen, Hasen, Schweinen Kühen und Hühner. Aus Sicht der unmittelbaren Umgebung haben wir für unsere Kinder wunderbare Bedingungen. Und dennoch gibt es einiges, was ich mir für mich und meine Kinder in Schlierbach wünsche, damit es noch bereichernder, abwechslungsreicher und gemeinschaftsstärkend ist. Dazu wurde ich inspiriert von den gesammelten Ideen und gewünschten Maßnahmen vieler Schlierbacher Familien im Rahmen des Workshops „Familienfreundliche Gemeinde“ im April dieses Jahres , wo sehr wertvolle Ideen geliefert wurden.

Wie bereichernd wäre es z.B., wenn Schlierbach gesellige Gemeinschaftsplätze zu bieten hätte, wo man sich treffen kann. Eltern mit Kindern oder Kinder untereinander . Ich denke u.a. an öffentliche Spielplätze, die wirklich anregend und einladend sind, welche daher gewartet und gepflegt und immer wieder neu belebt wären.

Momentan droht aber der letzte Grünraum im Ortszentrum, der „Höferspielplatz“, dem neuen Kindergartenbau weichen zu müssen. Damit fällt uns Familien im Sommer der Spielplatz und im Winter auch der beliebte Rodelplatz weg. Auch als Wartezone zwischen Schule und Nachmittagsprogrammpunkten ist es dort sehr entspannend. Ebenso droht der Volksschule und dem Schülerhort damit der letzte natürliche Aussenbewegungs- und Spielraum verloren zu gehen. Statt den „Höferspielplatz“ zu eliminieren, würde ich ihn gerne neu belebt wissen. Wie wäre es mit einer Beerennaschhecke oder einem Weidentippi als beliebten Rückzugsor t für Kinder oder gemütlichen Bankerln für die Erwachsenen? Oder sogar kleine Gemüsebeete, die zusammen mit Volkschule/Kindergarten angelegt werden?

Wie Kinder solche Möglichkeiten annehmen und lieben, zeigt der Kindergarten Naturwerkstatt in Hofern, wo zudem noch die Nutztiere des Bauernhofes, Esel, Ziegen und Hühner für die Kinder eine sehr bewegende und ausgleichende Wirkung haben. Dieses wertvolle Projekt, das bereits oberöstereichweit bekannt ist dauerhaft zu erhalten, wünsche ich mir. Wie es mir überhaupt mir ein großes Anliegen ist, alternative Bildungsansätze aktiv zu unterstützen. So wie Erziehungsstile, Geschmäcker und Familienkulturen unterschiedlich sind, so wichtig wäre es, Wahlmöglichkeiten im Bildungsbereich zu haben. Schlierbacher BürgerInnen haben solche Alternativen geschaffen, von so einer Vielfalt können andere Gemeinden nur träumen. Diese Vielfalt zu erhalten und weiterauszubauen, sollte unser Motto sein. Dazu zählt die aktive Unterstützung von alternativen Schulprojekten in der Region, wie aber auch das Engagement in den bestehenden Einrichtungen zu fördern und zu unterstützen. Vielleicht gelingt es wieder, einen Elternverein in der Volksschule zu haben.

Gerade Eltern mit jungen Kindern sind getragen von viel Engagement und Wünschen für ihre kleinen Erdenbürger. So wäre es fein, wieder eine Spielgruppe zu initiieren, wo schon die Kleinsten mit ihren Eltern zusammenkommen. Dort können dann Fragen, Nöte aber auch Vorstellungen ausgetauscht werden können.

Ebenso fände ich es sehr wichtig, dass Familien mit jungen Kinder auch in der Betreuungssituation unterstützt werden. Dazu zählt nicht nur ein Netz an Tagesmüttern oder einer Krabbelstube, sondern auch eine Babysitter- oder Leihomazentrale. Nicht alle Familien haben den Luxus, einer unter dem Dach oder um die Ecke wohnenden begeisterten Oma.

Wenn ich an den Bewegungsdrang und Selbständigkeitsdrang unserer Kinder denke, fällt mir auch ein, wie wichtig Fußwege im Alltag sind. Daher wünsche ich mir sichere Gehwege, dazu zählen u.a. Zebrastreifen an unsicheren Straßenkurven (z.B. Spes- Kurve, Hofern, Tomaset und Wöss), aber auch Fußgängerwege an Stellen wie der Sauterner Straße. Auch die Kinder mit dem Schulbus nicht von Türe zu führen sondern sie etwa im Rahmen des Projektes“ Elternhaltestelle“ eine Stück alleine bewältigen zu lassen, fände ich sehr wichtig.
Betreffend Freizeitangeboten, sind wir vor Ort gut aufgestellt. Ein Danke an den Musikverein, die Union und die Musikschule, die Feuerwehr, die Naturfreunde, die Jungschar und allen nicht genannten Vereinen, die sich um ein kreatives und vielfältiges Freizeitangebot bemühen.
Schlierbach ist ein Ort voller Potential und viel Engagement seitens der BürgerInnen. Diese Vielfalt soll uns nicht verloren gehen. Wir sollten sie erhalten und erweitern, vor allem auch auf Grund des Zuzuges vieler junger Familien, die Schlierbach als eine lebenswerte Gemeinde gewählt haben.

Tanja Tragler

Wer an Barrierefreiheit denkt, hat meist das Bild von Stufen im Kopf, die RollstuhlfahrerInnen den Weg versperren. Barrierefreiheit bedeutet aber viel mehr als das, nämlich die Zugänglichkeit von Gebäuden, Kulturangeboten, Medien, Bildung, ... und öffentlichem Raum mit all seinen Facetten.

Haben Sie schon einmal versucht mit geschlossenen Augen durch ein Museum zu wandeln oder mit lauter Musik in den Ohren einer Nachrichtensendung zu folgen?

Wahrscheinlich wäre der Informationsgehalt, den Sie bei beiden Probeläufen gewonnen hätten, gleich null. So ergeht es häufig Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung.

Teilhabe statt Ausgrenzung

Die Grundidee von Barrierefreiheit ist, Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen zu ermöglichen am öffentlichen Leben teilzuhaben. Da kann z.B. ein stufenloser Eingang für eine Rollstuhlfahrerin auch für einen Papa mit Kinderwagen hilfreich sei. Für Menschen mit Sinnesbehinderungen geht es oft darum Infos mitzubekommen. Hier ist also die Devise: sichtbar, hörbar, fühlbar.

Was für Rollstuhlfahrerinnen eine stufenlose Fahrbahn ist, ist für viele blinde Menschen barrierefrei gestaltete digitale Information. Mit Smartphone oder PC kann mit Hilfe von Sprachausgabe und Vergrößerungsprogrammen gesurft werden. Das bringt etwa Veranstaltungskalender oder Fahrpläne zum Sprechen.

Wie barrierefrei ist Schlierbach?

Gleich vorweg: Diese Frage kann hier nicht beantwortet werden. Ein paar Gedanken dazu:

  • Wie sind Wege und Zugänge zu Ämtern, Geschäften, Gesundheitseinrictungen, Gasthäusern und öffentlichen Einrichtungen gestaltet? Können auch RollstuhlfahrerInnen ein WC benutzen?
  • Wie können sich Leute über das Leben im Dorf informieren? Einerseits die Zeitung alleine und andererseits das Internet alleine würde viele Interessierte ausschließen.
  • Welche Personengruppen kommen in den Genuss von Kultur- und Freizeitangeboten?

Barrierefreiheit ist ein Ziel, das Vorteile und Komfort für sehr viele Menschen bringt. Erreicht werden kann sie nie. Doch der Weg dorthin lässt immer mehr Menschen am sozialen Leben teilhaben und die Gesellschaft mitgestalten.

Michaela Mallinger